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PM 2001-11-07
PRESSEMITTEILUNG / DEUTSCHE SPRACHWELT – Die Sprachzeitung für alle

Onze Taal, 13. November 2001

Flupos statt Sky Marshals
Aufruf an die Medien zur Sprachbeachtung in Kriegszeiten

Vom Milzbrand bis zum Nahen Osten:
Sieben Empfehlungen für bessere Verständlichkeit

Erlangen, 7. November 2001

In Kriegszeiten wird auch die Sprache zum Opfer. Immer wieder erreichen die DEUTSCHE SPRACHWELT (DSW), die „Sprachzeitung für alle“, die Bitten zahlreicher Leser, auf unbedachten Sprachgebrauch in den Medien hinzuweisen. Deswegen und aus aktuellem Anlaß hat die Schriftleitung sieben Schleierwörter ausgewählt, die besser anders ausgedrückt werden sollten. Bei der Berichterstattung sollten die Medien die empfohlenen Gegenvorschläge vorziehen.

Thomas Paulwitz, der Schriftleiter der DSW, erklärt: „Diese Auswahl versteht sich als Empfehlung und selbstverständlich nicht als Vorschrift. Die DSW sammelt laufend Vorschläge für besseres und deutlicheres Deutsch und will in unregelmäßigen Abständen weitere Empfehlungen aussprechen, um zur besseren Verständlichkeit beizutragen.“

Die DEUTSCHE SPRACHWELT empfiehlt den folgenden Wortgebrauch:

(1) Statt „Sky Marshal“: bewaffneter Flugbegleiter, Flugbewacher, Flugzeugpolizist (Flupo).
Im Deutschen erinnert die Bezeichnung „Marshal“ eher an einen Westernhelden mit Cowboyhut und Pistolenhalfter, der – oft auch gegen das geschriebene Gesetz – mit allen Mitteln für Recht und Ordnung sorgt. Der Begriff weckt also falsche Erwartungen. Das deutsche Wort ist sachlicher und deswegen vor allem in diesem besonders heiklen Bereich angemessener.

(2) Statt „Warlord“: Kriegsherr, Feldherr, Heerführer, Landsknechtsführer.
Es ist reichlich unsinnig, ausgerechnet solchen Menschen einen Titel aus der englischen Sprache zu verleihen, die unter Umständen der amerikanischen Lebensweise besonders fernstehen. Mit einem adeligen Lord haben die "Warlords" schon gar nichts zu tun. Ein deutsches Wort trifft’s einfach besser.

(3) Statt „Task Force“: Krisenstab, Arbeitsgruppe.
Unter „task force“ versteht man im Englischen auch eine „Sondereinheit“ oder einen (gemischten) „Kampfverband“. Es ist hier nicht nur überflüssig, ein englisches Wort zu verwenden, da ja ein deutsches vorhanden ist; die deutsche Entsprechung ist auch eindeutiger.

(4) Statt „US-Administration“: US-Regierung.
Hier handelt es sich um einen Übersetzungsfehler. Nicht die US-Verwaltung ist gemeint, sondern die Regierung. Es geht nicht um irgendwelche Verwaltungsbeamte, sondern um den Präsidenten und seine Minister.

(5) Statt „Mittlerer Osten“: Naher Osten.
„Mittlerer Osten“ ist die direkte Übersetzung des anglo-amerikanischen „Middle East“. Dem geistigen Austausch der Kulturen ist wenig gedient, wenn sich zwei Kulturräume ausdrücklich sprachlich von einer nahen zu einer mittleren Entfernung auseinanderbewegen.

(6) Statt „Anthrax“: Milzbrand.
Das Wort „Milzbrand“ beschreibt genau die möglichen Folgen einer Infektion mit dem Erreger, ist also wesentlich deutlicher und verständlicher als das Fachwort „Anthrax“, das darum nur in Ausnahmefällen angebracht ist.

(7) Statt „tote Körper“: Leichen.
Auch hier liegt ein Übersetzungsfehler vor: Das englische „dead bodies“ wird zuweilen wortwörtlich übersetzt. Im Deutschen können „tote Körper“ jedoch auch Bauklötze oder andere Stoffe bezeichnen. Wer von „toten Körpern“ statt von Leichen spricht, entseelt also die sterblichen Überreste ein zweites Mal.

Stefan Micko und Thomas Paulwitz, die beiden wichtigsten Macher der DEUTSCHEN SPRACHWELT, der „Sprachzeitung für alle“, haben auch ein „Volks-Wörterbuch“ herausgegeben, in dem sie Empfehlungen für „engleutsche“ Wörter zusammengestellt haben. Erste und zweite Auflage des Buches „Engleutsch? Nein danke!“ wurden knapp 40.000mal verteilt.

Die DEUTSCHE SPRACHWELT ist mit einer Auflage von derzeit über 30.000 eine der größten Sprachzeitungen des deutschen Sprachraumes. Sie erscheint im Berliner Format und auf zwölf Seiten viermal im Jahr und ist das Sprachrohr einer ständig wachsenden Bürgerbewegung, die sich um die deutsche Sprache sorgt. Die nächste Ausgabe der Zeitung erscheint am 20. November 2001.

Schriftleitung:
Postfach 1449
D-91004 Erlangen
Fernruf 0049-(0)9131-480661
Ferndruck (Fax) 0049-(0)9131-480662
www.deutsche-sprachwelt.de
schriftleitung@deutsche-sprachwelt.de

Probeexemplare der Sprachzeitung und Wörterbücher können Sie hier bestellen:
Postfach 27
A-2103 Lang-Enzersdorf
Fernruf und Ferndruck (Fax) 0043-(0)2244-30542
bestellung@deutsche-sprachwelt.de

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Onze Taal, 13. November 2001


Tote Körper. De Duitse taal dreigt slachtoffer te worden van
de oorlog, meent de website Deutsche Sprachwelt. De
redactie roept de media op niet langer te spreken over
Warlord maar over Kriegsherr, niet over Mitteler Osten maar
over Naher Osten, niet over Anthrax maar over Milzbrand,
niet over tote Körper maar over Leichen. (MvO)

 

 
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